Erziehungs- und Bildungswissenschaften



Einzelmeldung


23.10.19 19:00 Alter: 26 Tage

Bildung - Macht - Neue Autorität(en)

Pädagogische Fragen einer gefährdeten Demokratie

 

Mit diesem Titel startet im aktuellen Wintersemester wieder eine Ringvorlesung vom Fachbereich 12: Bildungs- und Erziehungswissenschaften. Organisiert wird die Veranstaltung dieses Mal von Prof. Dr. Alisha M. B. Heinemann, Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu und Prof. Dr. Nadine Rose und findet an sechs Dienstagen zweiwöchentlich (mit Unterbrechung zum Jahreswechsel) in diesem Semester statt. Eingeladen sind prominente Professor*innen aus Erziehungs- und Politikwissenschaft sowie angrenzenden Disziplinen.


Hier geht's zu detaillierteren Informationen:

Angesichts der durch autoritäre Regime und neo-nationalistische gesellschaftliche Bewegungen verschobenen öffentlichen Diskursverhältnisse wird das Feld der Bildung zu einem zunehmend umkämpften Feld - mit der nationalen Schule im Zentrum. Dies findet u.a. ganz praktisch seinen Ausdruck in schulpolitisch anachronistischen Forderungen von Politiker*innen der neuen Rechten nach einer Rückkehr zur Dreigliedrigkeit des Schulsystems, einer Wiedereinführung von Sonderschulen, einer segregierten Beschulung von Geflüchteten und der Etablierung von Meldeportalen zur Identifikation vorgeblich politisch nicht neutraler Lehrer*innen. Zugleich ist staatlich verantwortete und verpflichtende Bildung selbst ein mächtiges Instrument zur Ordnung und (Re-)Strukturierung der Gesellschaft entlang von Differenzkategorien wie Geschlecht, soziale Schicht und natio-ethno-kultureller Herkunft. Seinen Anspruch, mit den ihm inhärenten Antinomien selbstreflexiv und kritisch umzugehen, um pädagogische Konzepte zu entwickeln, die größtmögliche soziale Gerechtigkeit zum Ziel haben, löst das deutsche Bildungssystem für breite Teile sozio-ökonomisch Benachteiligter gerade nicht ein, wie aktuelle Bildungsdaten nachweisen.

Erziehungswissenschaft in einer pluralistischen Demokratie, der es um die Förderung von Mündigkeit und Selbstwirksamkeit als Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe und um die Ermöglichung eines sozialen Miteinanders geht, steht heute zunehmend vor der Herausforderung, sich zu antipluralistischen, autoritären Forderungen aus rechtskonservativen bis autoritären politischen Bewegungen verhalten zu müssen. Aus interdisziplinären Perspektiven werden wir uns in diesem Semester mit der Frage beschäftigen, welche Rolle Bildungsinstitutionen in diesem Prozess spielen. Zudem interessiert uns, welche Handlungsspielräume für pädagogische Fachkräfte einerseits und die Erziehungswissenschaft anderseits offen stehen, bzw. eröffnet werden müssen, um sich unter solidarischer Berücksichtigung weltgesellschaftlicher Perspektiven aktiv in den Schutz der pluralistischen Demokratien einzubringen und dabei auch neue hegemoniale Verhältnisse produktiv zu irritieren. Im Vordergrund stehen wissenschaftliche Auseinandersetzungen sowohl mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen als auch mit den daraus folgenden Anforderungen an pädagogische Professionalität in einer demokratischen Migrationsgesellschaft.

 

Termine im Überblick:

29.10.2019  --  16 - 18 Uhr im GW2 A3.009
Prof. Dr. Inci Dirim
„Sag das doch mal in deiner Sprache!“
Wie gut gemeinte Strategien zur Ausgrenzung führen können. Zum hegemoniebewussten Umgang
mit den ‚Herkunftssprachen‘.

 

05.11.2019  --  Beginn: 18 Uhr (s.t.) im Cartesium
Prof. Dr. em. Ruth Wodak
Auf der rechten Überholspur:
Zur Normalisierung von Ausgrenzungspraktiken.
(Dieser Termin findet in Kooperation mit Worlds of Contradiction (WoC) statt.)

 

19.11.2019  --  16 - 18 Uhr im GW2 A3.009
Prof. Dr. Paul Mecheril
Wir sind einander verbunden.
Rassismuskritische Anmerkungen zur Gegenwart.

 

03.12.2019  --  16 - 18 Uhr im GW2 A3.009
Prof. Dr. Martin Nonhoff
Warum plumper Antipopulismus auch keine Lösung ist:
Zum Verhältnis von Populismus und radikaler Demokratie.

 

17.12.2019  --  16 - 18 Uhr im GW2 A3.009
Prof. Dr. Astrid Messerschmidt
Antiziganismus als Bildungsproblem

 

21.01.2020  --  16 - 18 Uhr im GW2 A3.009
Prof. Dr. Tanja Thomas
„Wir sind immer wieder auf taube Ohren gestoßen.“
Zu Politiken des Zuhörens und Praktiken der Erinnerung an rechte Gewalt in medialen Öffentlichkeiten.

 

Hier gibt es das Plakat zum Download.

 

 

 



Kontakt

Sandra Schmidt

(Leiterin der Fachbereichsverwaltung)

 

Raum: GW 2 | A 2.560

 

Fon:  +49 421 218-69010

Fax:  +49 421 218-9869010

Email: fb12@uni-bremen.de

 

 

Kathrin Schmidt

(Studienzentrum des Fachbereichs)

 

Raum: GW 2 | A 2.524

 

Fon:  +49 421 218-69070

Fax:  +49 421 218-9869070

Email: szfb12@uni-bremen.de


Anschrift

 

Universität Bremen

Fachbereich 12: Erziehungs-

und Bildungswissenschaften

Universitäts-Boulevard 11/13

D-28359 Bremen

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