Erziehungs- und Bildungswissenschaften



Schulanmeldung von Kindern ohne Aufenthaltspapiere

Bearbeitung: Barbara J. Funck
Leitung: Dita Vogel und Yasemin Karakaşoğlu
Finanzierung: Max-Traeger-Stiftung
Zeitraum: 2015

 

 

Die hier vorgelegte Studie beruht auf einer telefonischen Umfrage in 100 Grundschulen in allen Bundesländern, bei der um Auskunft gebeten wurde, ob Kinder ohne Meldebestätigung in der Schule angemeldet werden können. In einem Fallbeispiel wurde deutlich gemacht, dass ein Kind ohne Kenntnis der Ausländerbehörde, also „illegal“, im Land lebt.

Auch diese Kinder haben einen Rechtsanspruch auf Schule und sollten ohne Angst vor Aufdeckung zur Schule gehen können. Dies war zumindest die Intention einer Änderung des Aufenthaltsgesetzes im November 2011, als Schulen von behördlichen Übermittlungspflichten explizit ausgenommen wurden.


Bei 62 Prozent der Schulen wurde kein gangbarer Weg zur Schulanmeldung des papierlosen Kindes aufgezeigt oder angedeutet.

Häufig sind Schulen unsicher und verweisen an höherrangige oder spezialisierte Stellen in der Bildungsadministration. Auch dort wird von der Hälfte der Stellen keine positive Aussage zur Schulaufnahmemöglichkeit getroffen. Die protokollierten Begründungen zeigen, dass in vielen Schulen ein Bewusstsein dafür fehlt, dass jedes Kind einen Rechtsanspruch auf Bildung hat. Der Bildungsanspruch papierloser Kinder wird zum Teil explizit abgelehnt. In einigen Schulen wurde sogar irrtümlich angenommen, dass die Polizei informiert werden muss.

 

Kontakt

Ansprechpartner: Dennis Barasi

 

Raum: GW2, A 1.240

 

Fon: 0421/ 218-69129

Email: barasi@uni-bremen.de

Interkulturelle Bildung: Forschung, Lehre, Politikberatung - eine 10jahres Bilanz am 17.10.2014 ab 16 Uhr im GW 2 B 3009 (Uni Bremen)

 

"Partizipationschancen und -hürden für Kopftuchträgerinnen in Bildungsinstitutionen" am 22.10.2014 um 18 Uhr im GW 2 B 3009 (Uni Bremen), mit Habibe Rode, Ayla Satılmış und einem Vortrag von Reyhan Şahin