Erziehungs- und Bildungswissenschaften



Einzelmeldung


27.06.13 15:58 Alter: 7 Jahre

„Alle Menschen müssen überall mitmachen können“

Wissenschaftlerinnen und Studierende der Universität Bremen handeln inklusiv: Erstmalig übersetzen sie ein Fachbuch in leichte Sprache – Auch Menschen mit Lernschwierigkeiten können es lesen

 

Pressemittelung Nr. 216 / 27. Juni 2013 (Autorin: Karla Götz)


Völlig neue Wege des Transfers von Forschungsergebnissen in die Öffentlichkeit gehen Wissenschaftlerinnen und Studierende aus dem Fachbereich Erziehungs- und Bildungswissenschaften der Universität Bremen. Sie haben einen umfangreichen Herausgeberband über inklusive Pädagogik Beitrag für Beitrag in leichte Sprache umgeschrieben. Damit werden erstmals aktuelle wissenschaftliche Diskussionen für alle verständlich. Sogar Menschen mit Lernschwierigkeiten können das Fachbuch, das im Juli im Lebenshilfe-Verlag Marburg erscheinen wird, lesen.

Die Erstauflage der Publikation „Inklusiv gleich gerecht?“ ist 2012 im Klinkhardt-Verlag erschienen und fasst Ergebnisse der 25. Jahrestagung der Integrations- und Inklusionsforschung zusammen. Sie fand 2011 in Bremen statt. Herausgeberinnen sind Simone Seitz, Professorin für inklusive Pädagogik, und drei wissenschaftliche Mitarbeiterinnen aus dem Fachbereich Erziehungs- und Bildungswissenschaft der Universität Bremen. 50 Autorinnen und Autoren Deutschland, der Schweiz, Österreich, England und Portugal untersuchen in dem Band das Verhältnis von Bildungsgerechtigkeit und Inklusion. Neben theoretischen Beiträgen werden auch regionale Konzepte der Umsetzung und praktische Beispiele aus Schulen diskutiert. Die „Beforschten“, also die Menschen mit Behinderung oder Benachteiligung, hatten bisher keine Chance, ein solches Fachbuch zu lesen und zu verstehen.

So entstand an der Universität Bremen die Idee, die Texte zu übersetzen. Beteiligt waren: Professorin Simone Seitz, Nina-Kathrin Finnern, Dr. Lisa Pfahl, Katja Scheidt sowie Studierende des Fachgebiets Inklusive Pädagogik. Die Schwierigkeit bestand darin, komplexe Zusammenhänge in klaren Worten und kurzen Sätzen auszudrücken, ohne dass der Sinn verstellt wird. Zunächst wurden die wissenschaftlichen Autorinnen und Autoren des Buches gebeten, einen ersten Entwurf in leichter Sprache zu schreiben. Parallel wurden Studierende in Zusammenarbeit mit dem „Büro für Leichte Sprache“ der Lebenshilfe Bremen geschult, um sachkundig an der weiteren Bearbeitung der Texte mitzuwirken. Redigiert hat dann eine professionelle Übersetzerin der Bibliothek „bidok“ (Behinderung, Inklusion, Dokumentation) der Universität Innsbruck. Laut Professorin Seitz gab es bei dieser Arbeit nur Gewinner. Die Studierenden haben sich intensiv mit den Inhalten befasst und sie tief durchdrungen. Die Herausgeberinnen und die Autorinnen und Autoren haben auch etwas gelernt. Simone Seitz: „Wir wurden gezwungen, unsere forschungsbezogenen Aussagen klar und kompakt darzustellen und zu begründen, ohne sie zu vereinfachen. Das hat uns didaktisch geschult und uns gezwungen, die Inhalte sehr genau durchzudiskutieren und zu hinterfragen. Im Rückblick würde ich sagen, wir haben unser eigenes Buch noch einmal ganz neu kennengelernt“.

Leseprobe aus dem Vorwort:
„Was sind die wichtigen, schweren Worte in diesem Buch? Inklusion bedeutet: Alle Menschen gehören zur Gesellschaft dazu. Niemand wird ausgeschlossen. Alle Kinder dürfen in die normale Schule gehen. Alle Menschen dürfen selbst entscheiden, was sie arbeiten wollen. Alle Menschen dürfen auch selbst entscheiden, wie sie wohnen wollen. Und mit wem sie zusammen wohnen wollen. Für Inklusion müssen alle Lebens-Bereiche für alle Menschen zugänglich sein. Zugänglich heißt: Alle Menschen müssen überall mitmachen können. Vor allem beim Lernen ist das wichtig.“

Vorankündigung des Buches auf der Homepage der Bundesvereinigung der Lebenshilfe: http://www.lebenshilfe.de/de/buecher-zeitschriften/buecher/dateien/Ist-Inklusion-gerecht.php

 

Weitere Informationen und Kontakt: Arbeitsbereich Inklusive Pädagogik/Geistige Entwicklung



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