Erziehungs- und Bildungswissenschaften



TiQusA

Transkulturalität im Quartier und in der sozialen Arbeit (TiQusA) (Dezember 2019 - November 2022)

 

Die gegenwärtige Realität Deutschlands ist auf der gesellschaftlichen sowie auf der sozialen Ebene von Diversifizierung geprägt. Dieser Realität stehen gesellschaftliche Normalitätsannahmen gegenüber, mit denen solche, die nicht als selbstverständlich zugehörig gelten, täglich konfrontiert sind. Besonders vulnerabel sind dabei jene Jugendliche, die von mehreren ausschließenden Ordnungen gleichzeitig betroffen sind. Dies gilt gegenwärtig insbesondere für Jugendliche, die Rassismuserfahrungen machen, aber auch für stereotypisierende Zuschreibungen in Bezug auf Gender, sexuelle Identität, Erstsprachen, körperliche und psychische Fähigkeiten sowie Milieuzugehörigkeit.

 

Pädagogische Fachkräfte, die mit multipel benachteiligten Kindern und Jugendlichen arbeiten, sind in der Verantwortung eine Form der pädagogischen Professionalität zu entwickeln, die Diskriminierungen und Benachteiligungen reduziert statt sie zu reproduzieren. Zudem müssen sie in der Lage sein, ihr pädagogisches Reflexions- und Handlungsportfolio jeweils an die sich dynamisch in Bewegung befindenden gesellschaftlichen Verhältnisse anzupassen. Neben einer Auseinandersetzung mit Kernthemen der aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen (Globalisierung, Digitalisierung, Migration, Klimawandel, irritierten Zugehörigkeiten uva), ist die Verankerung einer kritisch-reflexiven Differenzsensibilität in der Professionalisierung pädagogischer Fachkräfte innerhalb der gegenwärtigen gesellschaftlichen Spannungsverhältnisse ein wichtiger Schritt. Nur die Auseinandersetzung mit diesen strukturellen Fragen, bietet Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten, die dazu beitragen können, vorgefertigte Denkmuster aufzubrechen und im Rahmen pädagogischer Praxis Jugendliche zu unterstützen, die mehrfach von Diskriminierungen, Benachteiligungen und gesellschaftlichem Wandel betroffen sind. Die Zielgruppe des Projekts beschränkt sich dabei jedoch nicht nur auf Fachkräfte, sondern auch auf ehrenamtliche und multiplikatorisch wirkende Akteur*innen im Stadtteil.

 

Ziel des Projekts Transkulturalität im Quartier und in der sozialen Arbeit ist es, Fachkräfte, sowie haupt- und ehrenamtliche Akteur*innen in Bremen zu stärken, so dass sie Vertrauen in sich und in die Arbeit mit Jugendlichen entwickeln. Das Projekt ist in drei Teile gegliedert: Teilprojekt 1 „Fit im Wandel“ wendet sich mit Fortbildungsangeboten an selbstorganisierte Vereine und Angebotsstrukturen, die mit benachteiligten Jugendlichen arbeiten, aber nicht im behördlichen Jugendhilfesystem verortet sind. Teilprojekt 2 „Transkulturalität in der Jugendhilfe‘ wendet sich spezifisch an pädagogische Fachkräfte, die in öffentlich geförderten Institutionen der Jugendhilfe tätig sind. Im Teilprojekt 3 „Fit Jugend‘, werden Module für die Fortbildung junger Erwachsener zu Peerberater*innen konzipiert, angewendet und evaluiert.

 

Alle Module werden vom Arbeitsbereich Bildungsinstitutionen - /verläufe und Migration der Erziehungs- und Bildungswissenschaften der Universität Bremen im Institut Technik und Bildung (ITB) in Kooperation mit relevanten Bildungsträgern im Land Bremen (vhs BremenParitätisches BildungswerkBremer Jugendring) sowie in Zusammenarbeit mit der dem Referat für transkulturelle Angelegenheiten der Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport des Landes Bremen entwickelt, so dass die Anwendbarkeit der Module in der Bildungsarbeit schon während der Projektlaufzeit erprobt werden kann.

 

Dem Arbeitsbereich Bildungsinsitutionen-/verläufe und Migration obliegt die Leitung der wissenschaftlichen Begleitung. Die Evaluationsergebnisse der erprobten Module münden in drei Handbücher für jedes der drei Teilprojekte, so dass eine Weiterarbeit mit den Projektergebnissen auch nach Abschluss der Projektlaufzeit möglich wird.

 

Das Gesamtprojekt wird gesteuert und finanziert durch die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport des Landes Bremen, vertreten durch Zerrin Dahlhoff (Referat für transkulturelle Angelegenheiten)

 

 

Mitarbeiterinnen des Teilprojekts: Wissenschaftliche Begleitung

 

 

Leitung: Prof. Dr. Alisha M.B. Heinemann

Sarah Ahmed (WiMi)

Saman A. Sarabi (WiMi)

 

 

Kontakt

Ansprechpartnerin: Marion Franzen (Sekretariat)

 

Raum: ITB 2.15 (2. Stock, Eingang A od. B)

 

Fon: +49(0)421-218-66291

Fax: +49(0)421-218-66299

Email: marion.franzen@uni-bremen.de

 

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