Erziehungs- und Bildungswissenschaften



Einzelmeldung


11.09.17 10:04 Alter: 71 Tage

Nachruf

auf Prof. Dr. Dr. Barbara Rohr

 

Am 17. April ist im Alter von fast 85 Jahren Frau Prof. Dr. Dr. Barbara Rohr verstorben. Barbara Rohr war von 1974 bis 1992 Professorin an der Universität Bremen und schon in den Aufbaujahren der Universität maßgeblich an der Entwicklung des Studiengangs Behindertenpädagogik beteiligt, der im Fachbereich Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften angesiedelt war und zunächst einen Lehramtsstudiengang für vier Förderschwerpunkte, später auch einen Diplomstudiengang umfasste. Barbara Rohr trat ihre Professur mit dem Schwerpunkt „Didaktik bei Lernbehinderten“ als zweite Hochschullehrerin im neu eingerichteten Studiengang zu Beginn des Wintersemesters 1974/75 an.

 

Barbara Rohr prägte nicht nur ihr Lehrgebiet, sondern das Fach zur professionellen Arbeit mit behinderten Menschen insgesamt als überaus kompetente und glaubwürdige Kollegin, denn sie scheute sich nicht, persönliche Erfahrungen mit wissenschaftlichen Fragestellungen zu verknüpfen. Mit ihrer authentischen Herangehensweise erwarb sie sich höchstes Ansehen bei den Studierenden und im Kollegium. Dabei war ihre loyale, aber auch selbstkritische Haltung ein Markenzeichen, mit dem sie als streitbare und innovative Lehrende und Wissenschaftlerin über viele Jahre die Diskussionen – z.B. zur Methodik/Didaktik im Unterricht mit lernbehinderten Kindern und Jugendlichen, zur weiblichen Geschlechterstereotype oder zum Umgang mit dem Lebensrecht behinderter Menschen, etwa während des NS-Faschismus -  im Fachgebiet und darüber hinaus beeinflusste.


Ein besonderes Anliegen war Frau Prof. Barbara Rohr die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Geschlechterverhältnissen, nicht nur im Zusammenhang mit Behinderung oder Behindertsein. Sie war maßgeblich daran beteiligt, die Frauenforschung und feministische Lehr- und Studieninhalte in ihrem Studiengang und auch fachbereichsübergreifend an der Bremer Universität zu etablieren. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Frauenrolle, aber auch mit der weiblichen Verantwortung – z.B. in Form von „Mittäterschaft“ während des Nationalsozialismus – sollte zeitlebens eines ihrer großen Interessensschwerpunkte bleiben. Frauenleben schlechthin – in Geschichte und Gegenwart, in Alltag und Wissenschaft – war ein zentrales Lebensthema, dem sie sich auch im Ruhestand weiterhin verbunden fühlte, z.B. mit ihren Forschungsarbeiten über das Leben von Diakonissen.

 

Frau Prof. Dr. Dr. Barbara Rohr wird allen, die sie kannten, als ehrliche, überaus engagierte, selbstkritische und solidarische Kollegin in Erinnerung bleiben, die unbeirrt ihrem Weg folgte, auch wenn sich ihr Widerstände entgegenstellten. Sie wird vielen von uns fehlen.

 

 



Kontakt

Sandra Schmidt

(Leiterin der Fachbereichsverwaltung)

 

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Fax:  +49 421 218-9869010

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Kathrin Schmidt

(Studienzentrum des Fachbereichs)

 

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Anschrift

 

Universität Bremen

Fachbereich 12: Erziehungs-

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Universitäts-Boulevard 11/13

D-28359 Bremen

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